Zusammenfassung
Die Lage im Mai 2010
Der wegen seiner Gurkenforschung auf der Insel Eralis bekannt gewordene Wissenschaftler Prof. Michail Levi Vodkovitch resignierte im Sommer 2009 schließlich endgültig: 3 Jahre Krieg und Zerstörung auf der Insel waren genug für ihn. Er beschloss, das Land zu verlassen, um sich eine neue und vor allem ruhige Heimat zu suchen.
Aufgrund der geopolitischen Lage war dies allerdings nicht sonderlich einfach. Durch Kontakte, die er über das Peacecamp auf Eralis geschlossen hatte, gelangte er schließlich nach Europa - genauer gesagt nach Belgien, in die Nähe der Grenze zu den Niederlanden. Dort hatte eine kleine Untergrundorganisation namens F.A.P.E.L. eine kleine Basis in den Wäldern eingerichtet.
Als selbstloser Idealist alter Schule stellte Vodkovitch sich schnell in den Dienst der Sache der F.A.P.E.L. und forschte fortan an alternativen Energiequellen. Er konnte zunächst quasi aus dem Stehgreif einen Meilenstein in der Energieversorgung präsentieren, denn auf Eralis hatte seine Gurkenforschung erstaunliche Nebeneffekte gehabt. Da er seinerzeit in Eralis aufgrund des lauten, benzinbetriebenen Stromgenerators nicht besonders gut schlafen konnte, entwickelte er mithilfe seiner mutagenen Gurken einen Reaktor.
Diesen Reaktor herzustellen war einfach: eine Gurke, ein paar elektronische Bauteile und einige wenige Chemikalien.
Es genügte nur eine Salatgurke mittlerer Größe, um das Labor / Feldlazarett etwa 3 Wochen mit Energie zu versorgen.
Für den MP3 Player von Chantalle Blanchet reichte eine kleine Gewürzgurke, um ca 4,8GB Hörbücher abspielen zu können.
Sogar Xavier Hypolit Kerrygolds Traktor wurde zeitweise mit einem Gurkenmotor betrieben! Nur leider aß der Besitzer des Gefährts seine Energievorräte lieber auf...
Vodkovich baute binnen einiger Stunden die ersten Generatoren für die F.A.P.E.L. zusammen, sodass die Energieversorgung des Lagers schnell sichergestellt war. Leider ließen sich nur Generatoren für den Eigenbedarf herstellen, denn die Nachschubversorgung mit geeigneten Gurken kam recht schnell ins Stocken. Die F.A.P.E.L. Kämpfer befürchteten, dass ein Spion die OIF Ltd. oder die Lightning Corp. gewarnt hatte, und diese die Gurkenproduktion entsprechend bekämpften.
Doch Vodkovitch gab nicht auf. Die Leiden der Menschheit im Winter 2009/2010 vor Augen, suchte er fieberhaft nach Möglichkeiten, Energie zu gewinnen. Die Lösung erfolgte im Frühjahr 2010. Als er die Besonderheiten des örtlichen Bodens näher überprüfte, stolperte er auf dem Weg zur Toilette über einen Ast und landete mit der Nase in einer Matschpfütze. Der Boden gehörte ehemals zu einem Kohletagebau. Die im Boden abgelagerten Substanzen beschleunigten offensichtlich den Faulungsprozess des Laubes. Es roch erbärmlich.
Doch brachte dieser Fehltritt den Durchbruch in Vodkovitchs Forschung.
Er konstruierte eine Maschine, die aus dem heruntergefallenen Laub der Bäume, in Verbindung mit einigen aus dem Boden gewonnenen Chemikalien, unter hohem Druck Erdöl machte. Der Prototyp verursachte praktisch keine Geräusche, und benötigte lediglich eine Salatgurke als Energiequelle um aus ca. 25m³ Laub 2000l Erdöl zu gewinnen.
Lediglich die starken Faulgerüche störten Vodkovitchs Sinn für Ästhetik, aber das war aufgrund der Umstände zu vernachlässigen.
Er taufte seine Apparatur "S.U.P.P.E.D.O." (Substituierendes Utensil zur Petrolchemisch Prosperierenden Exploitation Diffuser Organikmaterialien).
Nach einigen Testläufen und Feinjustierungen war S.U.P.P.E.D.O. Anfang Mai 2010 fast serienreif.
Doch gerade in der Stunde ihres Triumphes erreichten Eilmeldungen der Vorposten des Lagers Vodkovitch: Sowohl paramilitärische Einheiten der Lightning Corp. als auch der OIF Ltd. befanden sich aus unterschiedlichen Richtungen auf dem Vormarsch in Richtung der F.A.P.E.L. Basis! Vodkovitch erinnerte sich nur zu gut an die Ereignisse der letzten drei Jahre - alle um dieselbe Jahreszeit, alle mit ihm im Mittelpunkt des Konflikts.
Und auch diesmal kommen sie sicherlich nicht, um sich von ihm mithilfe seiner Gurken therapieren zu lassen.
Die folgenden Stunden werden sicherlich nicht einfach - zum Glück hatte er noch eine Flasche Kartoffelschnaps auf Lager...




